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Inhaltsübersicht

Einleitung
Begriffe
Geschichte
Forschungsgebiete
Methoden
Kritik und Betrug
• Gegenkritik
Schlusswort
Quellen

Einleitung

Die Parapsychologie (von griech. para, „neben“ und psychología, „Seelenkunde“) ist eine wissenschaftliche Disziplin, die psychische Fähigkeiten und ihre Ursachen, ein mögliches Leben nach dem Tod und andere Phänomene, die aus dem bisher bekannten Erklärungsrahmen der etablierten Disziplinen von Psychologie, Biologie und Physik herauszufallen scheinen, untersucht.

Damit steht die Parapsychologie notwendigerweise im Schnittpunkt ganz unterschiedlicher Disziplinen und muss interdisziplinär betrieben werden.

Die Parapsychologie ist somit mit den Grenzwissenschaften und Parawissenschaften verwandt.

Bei parapsychologischen Experimenten benutzte man für den Versuch, Psychokinese und Präkognition nachzuweisen Statistik. Außersinnliche Wahrnehmung versucht man nachzuweisen mit Sensorischer Deprivation (Abschirmung von sensorischen Reizen, den 5 normalen Sinnen) und Ganzfeld-Versuchen (Informationsübertragung auf bisher unbekanntem Weg).

Eine ähnliche Arbeit verfolgt man bei der Noetik, wobei hier mehr der Schwerpunkt auf Erkenntnis liegt. Das Forschungsgebiet ist auch viel breiter angelegt als in der viel älteren Parapsychologie. Dazu gehören zum Beispiel Pflanzenbewusstsein.

Begriff

Die Bezeichnung „Parapsychologie“ wurde 1889 von dem Psychologen Max Dessoir in einem Beitrag in der theosophischen Zeitschrift Sphinx eingeführt. [1]

Der Begriff „Para“ beschreibt, dass sich etwas neben dem anderen befindet. Da alle parapsychologischen Themen auch etwas mit dem Geist zu tun haben (Psychologie), bildet sich daraus der Begriff „Parapsychologie“. Von Anbeginn bekannte, abnormale Bewusstseinszustände sind zum Beispiel Hypnose oder Trance.

Im Zusammenhang mit Paranormalem wird im oft von PSI gesprochen. Dies hat seine Ursache darin, dass der erste Buchstabe in dem Wort Psychologie im griechischen das Ψ (= Psi) ist. PSI kann aber auch als Abkürzung für Parasensual Intelligence (zu deutsch parasensitive Intelligenz) stehen. Weitere wichtige Abkürzungen in dem Zusammenhang wären: ESP (Extra Sensory Perception bzw. ASW – Außersinnliche Wahrnehmung).

Geschichte

1862 begann die Geschichte der Parapsychologie mit der Gründung des Ghost Club in England, der es sich zur Aufgabe machte, Geistererscheinungen zu untersuchen.

1886 gründetet Albert Freiherr von Schrenck-Notzing und Carl du Prel in Deutschland die Psychologische Gesellschaft in München. Sie führte Untersuchungen zur Hypnose und zur Telekinese durch.

1911 wurde die Stanford-Universität zur ersten akademischen Institution in den Vereinigten Staaten, in der außersinnliche Wahrnehmung und Psychokinese im Labor erforscht wurden.

1919 wurden zum ersten Mal in der Kriminalpolizei „Telepathen“ zur Aufklärung von Verbrechen eingesetzt, um daraus Rückschlüsse über den möglichen Einsatz von Medien bei der Ermittlungsarbeit zu gewinnen.

1930 wurde die Duke-Universität in Durham zur zweiten größeren akademischen Institution, die sich mit der Erforschung von außersinnlicher Wahrnehmung und Psychokinese im Labor beschäftigte. Um die Phänomene nachzuweisen wurden sogenannte Zenerkarten oder Würfel eingesetzt. Die Ergebnisse konnten dann statistisch untersucht werden.

1950 wurde in Deutschland das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg von dem Parapsychologen Hans Bender gegründet.

1979 wurde das Princeton Engineering Anomalies Research Laboratory gegründet. Es wurde zuletzt sehr bekannt durch seine Zufallsgeneratorenversuche und der Suche nach dem globalen Bewusstsein.

Die Forschungsbereiche änderten und erweiterten sich stetig.
Hypnose wird heutzutage wissenschaftlich anerkannt und zählt nicht mehr zur Parapsychologie. Neue Gebiet sind zum Beispiel Reinkarnation und Remote Viewing (Fernwahrnehmung).

Unbedingt genannt werden müssen die Untersuchungen psychokinetischen Fähigkeiten des Medium Nina Kulagina in Russland.

Parapsychologie Heute
Im Vergleich zu den 1970ern hat die parapsychologische Forschung in der Gegenwart weltweit stark abgenommen. Die Suche nach Parapsychologie hat so bei Google seit 2004 auf weniger als 20% reduziert.[2] Die Forschungseinrichtungen konnten und⁄oder wollten kein Beweise liefern. Viele Universitäten schlossen ihre parapsychologischen Abteilungen.
Parapsychologische Forschung wird zunehmend von privaten Institutionen außerhalb der Universitäten betrieben, finanziert durch Sponsoren und private Geldgeber.

In Deutschland wird parapsychologische Forschung heute von dem Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) und die Parapsychologischen Beratungsstelle in Freiburg unter der Leitung von Walter von Lucadou, betrieben. Diese bietet ein Beratungsangebot für Menschen an, die ungewöhnliche, paranormale, okkulte oder unerklärliche Erfahrungen gemacht haben.
Als einzige neutrale Gesellschaft ist hier noch die Gesellschaft für Anomalistik zu nennen.

Hauptforschungsgebiete

Alle Phänomene, welche die Parapsychologie untersucht werden allgemein als Psi -Erscheinungen bezeichnet. Alle Forschungsgebiete lassen sich in 2 Gebiete einordnen.

  • Psi-kognitive: generell das Erlangen von Informationen auf physikalisch (bisher) nicht erklärbarer Weise. Beispiel wären: Telepathie, Prägkognitition, Hellsehen usw.
  • Psi-kinetische: alle Erscheinung mit Auswirkungen auf die Umwelt, welche nicht in das physikalische Weltbild passen: Telekinese, Teleportation, Levitation usw.

Die am stärksten untersuchten Forschungsgebiete sind:

  • Telepathie: Übertragung von Informationen durch Gedanken oder Gefühle zwischen Menschen ohne dabei irgendwelche Hilfsmittel der fünf Sinne (Hören, Sehen, Schmecken, Fühlen, Riechen) zu verwenden.
  • Präkognition: Empfangen oder Wahrnehmen von Informationen zukünftiger Ereignisse, bevor diese eintreten. Es darf dabei keine Möglichkeiten geben, die Informationen aus der Vergangenheit oder Gegenwart zu ermitteln.
  • Hellsehen: Das Erhalten von Informationen über Begebenheiten oder Ereignisse an entfernten Orten.
  • Psychokinese und Spuk: Die Fähigkeit, materielle oder physikalische Prozesse zu beeinflussen.
  • Reinkarnation: Die Wiedergeburt der Seele in einem neuen Körper nach dem Tod.
  • Geistererscheinungen: Phänomene die oft in Verbindung mit Verstorbenen stehen.

Die Parapsychologie beschäftigt sich nicht mit allen paranormalen Phänomen: Astrologie, Ufos, Yetis, Heidentum, Vampiren, Alchemie oder Hexerei zählen zum Beispiel nicht dazu.

Methoden der Erkenntnisgewinnung

Die Parapsychologie ist eine ernst zu nehmende Wissenschaft, welche mit streng wissenschaftlichen Methoden arbeitet und ihre Ergebnisse zur Diskussion stellt.
Die Methoden lassen sich in 3 Gruppen einordnen:Würfel Statistik Parapsychologie

Erfahrungsberichte: Hierbei handelt es sich um Berichte über Psi-Erscheinungen. Diese werden gesammelt und ausgewertet.
Experimente mit Medien: Als Medium wird ein Mensch bezeichnet, der eine besondere Begabung für Psi-Phänomene zu haben scheint. In Experimenten werden diese Menschen dann geprüft.
Statistische Experimente: Es werden Versuche durchgeführt in denen Menschen auf ein zufälliges Ereignis durch ihren Willen Einfluss nehmen sollen. Tritt eine Abweichung von der statistischen Wahrscheinlichkeit auf, ist dies ein Indiz für Psi.

Kritik und Betrug

Wie in anderen Forschungsgebieten auch, gibt es Belege für Betrug und Fälschung in der Geschichte der Parapsychologie.

„Betrug bei parapsychologischen Versuchen ist der entscheidendste und wichtigste Faktor, der das Ansehen der Parapsychologie beschädigt und ihre Entwicklung verzögert.“ (John Palmer)

Skeptiker kritisieren, dass scheinbar erfolgreiche Versuchsergebnisse in der Psi-Forschung eher auf ungenauen Versuchsdurchführungen, schlecht ausgebildeten Forschern und methodischen Fehlern beruhen, als auf echten Psi-Effekten. Die ist aber nur reine Spekulation, im seltensten Falle können Versuchsfehler nachgewiesen werden.
Der einzige wahre Kritikpunkt ist: Statistische Abweichungen sind nur eine Statistische Anomalie, kein Beleg für Psi. Selbst wenn ein Medium ein Objekt ohne physikalische Wirkung bewegen würde (Telekinese), wäre dies immer noch kein Beweis für Psychokinese. Es wird lediglich gezeigt, dass eine unerklärbare Bewegung stattfindet. Ob diese durch die Kraft der Gedanken des Mediums stattfindet, lässt sich nicht beweisen.

So kann die Parapsychologie signifikante und reproduzierbare Ergebnisse liefern, doch Skeptiker werden diese NIE anerkennen.

GWUP
Die Wissenschaftliche Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der es sich zu Aufgabe gemacht hat, nicht die Parapsychologie zu fördern, sondern sie zu widerlegen (Aufklärung und kritisches Denken).

Wegen des dogmatischen und teils auch feindlichen wirkenden Verhaltens der GWUP gründete sich die GfA (Gesellschaft für Anomalsitik). Auch wenn nach Angaben der GfA weniger als 10% der Mitglieder ehemalige GWUP Mitglieder sind, zeigt sich hier das Problem der GWUP. Die Entstehung der GfA kann man hier nachlesen: Entstehungsgeschichte der GfA.

Skeptiker

Eine gewisse Skepsis ist nur gesund. Natürlich soll man nicht alles sofort glauben, was man erzählt bekommt. Grundlage für Wissen ist das Überprüfen von Aussagen. Skepsis kann sich aber auch schnell in Dogmatismus umwandeln. Auf skeptizismus.de wird erklärt, was das Problem der Skeptiker-Bewegung ist, wie Sie funktioniert und vieles weiteres. Eine Grundlage für jeden, der über eine alternative Meinung diskutieren möchte.
Reich durch paranormale Fähigkeiten

Viele Forschungsinstitute schreiben hohe Preisgelder für den Beweis von paranormalen Fähigkeiten aus. Ganz oben steht die James Randi Educational Foundation mit einer Million US-Dollar.

Gegenkritik

Preisgelder
Es entsteht der Eindruck, dass niemand die Preisgelder gewinnt, weil es keine paranormalen Fähigkeiten gibt. Dies ist aber ein Trugschluss.
Die Skeptiker unterliegen dem Fehler zu glauben, dass alle Menschen nur hinter Geld her sind.
Ein Mensch, der paranormale Fähigkeiten hat, seine Umwelt und Realität frei nach seinem Willen formen und bilden kann, interessiert sich nicht für Geld.

Alle Menschen sind gleich
In statistischen Versuchen werden große Gruppen von Menschen einfach zusammengefasst, statt die Versuchspersonen als Individuum zu betrachten. So dämpft natürlich eine breite Masse an Menschen ohne Fähigkeiten die Ergebnisse weniger begabter Menschen.

Beispiel: Hans Dieter Betz testete im Auftrag der Bundesregierung Rutengänger. Die Treffer schienen rein Zufallstreffer zu sein, jedoch lieferten einige Testpersonen sehr gute Ergebnisse. Eine dieser Testpersonen wurde in der Wüste von Sinae eigesetzt um Bohrpunkte für Brunnen zu bestimmen. 10 von 12 Bohrungen waren erfolgreich.
Dies wird von den Skeptikern nicht als Beleg für Rutengehen akzeptiert. Da nur wenige Personen gute Treffer liefern, werten Skeptiker diese als Zufall. Das diese Personen immer wieder gute Ergebnisse liefern wird vernachlässigt, bzw. mit hunderten Versuchspersonen, mit lediglich Zufallstreffen, gemittelt. [3]

Ironisches Gegenbeispiel: Wir wollen überprüfen, ob Menschen auf den Händen laufen können. Dazu nehmen wir uns 500 Versuchspersonen aus der nächsten Einkaufspassage und jeder hat 20 Versuche, einige Schritte auf den Händen zu gehen. Durchschnittlich schafft dies keiner. Nur einige wenige können scheinbar auf den Händen gehen. Das ist aber reiner Zufall. Womit wir bewiesen hätten, dass es unmöglich ist, auf den Händen zu laufen.

Ohne Erklärungsmodell keine Phänomene

Gerne wird von Skeptikern auch angebracht, dass Forscher der Parapsychologie kein Erklärungsmodell für die Phänomene haben. Ohne Erklärungsmodel werden parapsychologische Forschungen einfach nicht akzeptiert.

Kommentar: In der Steinzeit wusste der Mensch nicht, dass die Sonne eine Sphäre aus Gas ist und ihre Energie durch Kernfusion von Wasserstoff zu Helium gewinnt. Trotzdem wäre es töricht die Existenz der Sonne zu leugnen.

Beweise werden verleugnet
Das Institut für Grenzgebiete der Psychologie führte einen Versuch zur Telepathie durch. Sender und Empfänger waren in getrennten Räumen. Eine Person schaut sich ein Video an, die andere wird mit Rotlicht und Rauschen abgeschirmt und soll anschließend ihre Visionen einem von 4 Videos zuordnen. Hier wurden 80 Studenten getestet. Die Wahrscheinlichkeit für Zufallstreffer ist 25%, alles über 30% kann als Beweis angesehen werden.

Das Ergebnis war 32,5 %.

Sofort wird das Ergebnis von den „Wissenschaftlern“ als Abweichung deklariert, oder eine unbekannter Fehler im Versuch liegt vor. Die Möglichkeit, das es Telepathie wirklich gibt, wird gar nicht in Betracht gezogen. [4]

Es wird negativ vorsortiert
Was auch gerne gemacht wird, ist eine negative Vorsortierung der Versuchspersonen. Beispielsweise nahm das PEAR nur Versuchspersonen ohne Glauben an Paranormales. [5]

Ironisches Gegenbeispiel:

Wir wollen testen wie begabt Menschen sind, eine neue Sprache zu lernen. Für unseren Versuch nehmen wir aber nur Personen, die noch keine Fremdsprache können oder selber von sich sagen, dass sie unbegabt für Fremdsprachen sind. Dass die Ergebnisse total verzerrt wären kann sich jeder denken.

Falscher Versuchsaufbau:
Auch der Ganzfeldversuch wurde abgeändert. Die Versuchspersonen wussten nicht von einander, es wurde also nicht bewusst Gesendet und Empfangen. Dadurch kann der Empfänger alles Mögliche empfangen, den Postboten, die Putzfrau neben an, usw. Trotzdem lieferte der Versuch positive Ergebnisse. Mit Einhaltung der korrekten Versuchsvoraussetzungen wäre die Trefferquote sicher noch bedeutend höher gewesen. [4]

Testen wir mal Einen:
Gerne wird auch irgendein Hellseher in Deutschland aufgesucht, um zu zeigen, dass ALLE mit den gleichen Tricks arbeiten. Oder man testet einen Rutengänger und an seinem Scheitern macht man dann fest, das Rutengehen Unsinn ist. Das Testen von einem Hellseher/in gibt natürlich kein Aufschluss über alle Hellseher und deren Arbeitsweise oder den Erfolg von Rutengehen allgemein.

Schlusswort

Die Parapsychologie und ihre Forschungsgebiete sind hart umstrittene Themen. Kritik ist wichtig, doch sollte immer die Neutralität und Offenheit bewahrt werden. Wer sich einer Gesellschaft mit wahrer Neutralität anschließen möchte, soll hier nochmal die Gesellschaft für Anomalistik genannt sein. Unsere Beispiele zeigen aber, dass auch wenn Beweise geliefert werden, sich in der Öffentlichkeit oder dem Denken der Gesellschaft nichts ändert. So liegt es wohl an jedem selber, das Potential seines Geistes zu ergründen.

Parapsychologische Themen auf XTerrica.com:

• Aura
• Psychokinese / Telekinese
• Noetik
• Experimente

Quelle:

RIP: 7[-]Gates[.]de
[1] Max Dessoir: Die Parapsychologie. Sphinx 1889.
[2] Google Insight: Parapsychologie 2004 bis heute (Dez 2010).
[3] Prof. Hans-Dieter Betz: In der Sache Wünschelrute. ARTE 2005
[4] Claus Hanischdörfer: Alles fauler Zauber!? Das Übersinnliche auf dem Prüfstand. DVD 2008.
[5] Walter von Lucadou: Dimension PSI. Fakten zur Parapsychologie. List 2003.
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