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Ort der Handlung: Huonhalbinsel, Finschhafen-Sattelberg
Führer der Bewegung: Tutumang, Mutali, Tikombe
Charakter der Bewegung: Betrügerische Gütermagie

Zwei junge Kontraktarbeiter aus der Finschhafengegend waren in einem Arbeitslager in Rabaul mit einem Chinesen in Berührung gekommen, der ihnen alles mögliche zum Thema Geldvermehrung erzählt hatte. Als er die Einfalt der Burschen sah, nutzte er sie aus und verkaufte ihnen eine Kiste, mit deren Hilfe sie Geld aus der Luft herbeizaubern könnten. Die beiden hießen Tutumang und Mutali. 1922 hatten sie angefangen, sich Gedanken über die Herkunft aller Güter zu machen. Sie sahen, daß die Weißen nur auf Papier schrieben und dadurch ihre Waren kommen ließen. Sie sahen, daß die Weißen Banken hatten, in denen sich das Geld vermehrte. Nun hatten sie endlich auch so eine Bank. Nun wollten sie ebenfalls Geld machen (Kult Nr. 97).

In aller Heimlichkeit erprobten sie ihre teuer erstandene Kiste. Natürlich gab es einen Mißerfolg. Die beiden betrogenen Arbeiter fingen daraufhin an, dem Glük etwas nachzuhelfen, indem sie jetzt selbst andere betrogen. Zuerst probierten sie es mit einer Art Alchemie. Sie erhitzten Geldstüke über einer Kerzenflamme. Sie mischten verschiedene Flüssigkeiten. Sie bildeten aus Kreide kleine Scheibchen in der Form und Größe von Schillingsstücken, versteckten die Produkte in Schachteln und hofften, daß sie ihr Werk in echtes Geld verwandeln werde. Das alles zeigt, daß man den beiden Männern nicht gerecht wird, wenn man sie ohne Bedacht Betrüger nennt. Eine tiefe Gläubigkeit und magisches Denken waren ausschlaggebend für ihr Handeln. Erst als alle ihre Versuche fehlschlugen, wählten sie einen anderen Weg.

Sie imitierten das europäische Bankwesen, um dadurch zu Zinsgewinn zu kommen. Sie fanden bald gutgläubige Anhänger, von denen sie sich Geld geben ließen. Es war klar, daß man zuerst Geld brauchte, um weiteres Geld anzuziehen. So sammelten sie immer mehr Beträge für ihr Unternehmen. Den Weißen durfte bei Strafe nichts davon verraten werden. Trotzdem kam der Schwindel nach einiger Zeit auf. Tutumang und Mutali wurden für ihren Betrug mit Gefängnis bestraft. Die Gemeinde erkannte den Irrtum. Es wird berichtet, daß manche »geheult haben wie kleine Kinder«, als sie den Betrug merkten. Für viele war es aber dennoch ein ernsthafter Versuch zur Vermehrung des Besitzes gewesen.

Es dauerte auch nicht lange da kam es zu einem Wiederaufleben der Zauberei. Diesesmal hatte man es auf eine Geldmaschine abgesehen. Man hatte erfahren, daß auch die Australier Prägeanstalten unterhielten. Wieder wurde eine Menge Geld aufgebracht. Damit wurden alle möglichen Maschinen, wie z. B. alte Preßluftklingeln auf gekauft. Damit wollte man sein Glück probieren.

Erst viele Jahre später wurde endgültig mit diesem Irrtum aufgeräumt und ein großer Bußgottesdienst gehalten. Es wurde eine Grube ausgehoben, in die jeder die Gegenstände hineinwarf, die mit der Zauberei etwas zu tun gehabt hatten. Die Ältesten setzten sogar eine Grabplatte auf diese Grube, mit der Aufschrift: »Vor Gottes Angesicht begraben wir hier am 3. Juli 1938 alle Gegenstände des Geldzaubers.«

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