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Ort der Handlung: Loyalty Island, Lifu
Führer der Bewegung: Mehrere anonyme Anführer
Charakter der Bewegung: Cargoerwartung in politischer Parteienbindung

Die Anwesenheit amerikanischer Soldaten hatte stimulierend auf die Phantasie der Inselvölker gewirkt. In Lifu verlagerte man das uralte Thema vom Para dies in das mythisch verstandene Amerika, rechnete mit einem weißen Schiff, das Cargo bringen sollte und erhoffte sich eine menschliche Anerkennung durch die Weißen.

Vieles aus dem Gedankengut der John Frum Anhänger auf den Hebriden ist bis herunter nach Lifu gedrungen. Das Neue an dieser Bewegung ist aber, daß es hier zu einer Synthese zwischen der magischen Welt des John Frum und der Politik einer Kommunistischen Partei gekommen ist. Zunächst wurden Geldsammlungen durchgeführt. Mit einem eigenen Schiff wollten die Leute von Lifu Handel mit der Hauptstadt Noumea treiben. Doch bald schon ging die Rede, dieses Schiff würde aus Frankreich kommen. Die kommunistische Partei von Paris würde allen, die sich ihr anschlössen, ein großes Cargo-Schiff zukommen lassen. Durch diese Geschenke könnten sich die kaledonischen Kommunisten dann den Europäern als ebenbürtig erweisen und endlich jene Macht gewinnen, mit deren Hilfe das Leben harmonisch zu gestalten sei.

Noch im Jahre 1943 wurde daher auf Lifu ein kommunistische Tochterpartei (Kult Nr. 182) gegründet. Zu den wichtigsten Aktionen ge hörte die Anlage eines Docks für das Cargo-Schiff. Die Bewegung breitete sich sehr rasch auch über die Nachbargebiete aus. Die politische Botschaft wurde teilweise völlig von der Gütererwartung überdeckt. Schließlich mußten die Anführer aber doch einsehen, daß ihre Hoffnung eine Illusion war. Darauf hin rückten die politischen Aussagen wieder in den Vordergrund. Freiheit und Unabhängigkeit im politischen Sinne waren jetzt die Themen, über die man sprach. Der Wille zur Macht und der Wunsch nach Glück sind dabei aber eng miteinander verbunden. Davon, daß sich die Blickrichtung grund sätzlich geändert habe, kann kaum die Rede sein.

Der Traum von einer besseren Welt wird in der Südsee auch heute noch geträumt.

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