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Ort der Handlung: Buka, Gogohei
Fuhrer der Bewegung: Sanop
Charakter der Bewegung: Gütererwartung mit nationalistischem Akzent

Sanop stammte aus dem Dorf Gogohei auf der Insel Buka. Er hatte das Amt eines Tultul inne, d. h. er war dörflicher Regierungsvertreter. Eines Tages stellten sich bei ihm Träume und Visionen ein, denen zufolge die Ankunft des großen Cargo-Schiffes verheißen wurde. Er verkündete im Februar 1934, daß dieses Schiff am Karfreitag landen würde. Vor allem eine Ladung mit Feuerwaffen wurde erhofft. Der Zug zum Europäerhaß war deutlich. Die Beendigung des Abhängigkeitsverhältnisses von der australischen Regierung wurde in der Möglichkeit einer gewaltsamen Vertreibung der Weißen gesehen. Die ausgegebene Parole sah vor, im Falle eines Einschreitens der Regierung, kurzerhand auf die Polizeitruppen zu schießen und die Macht gewaltsam zu ergreifen. Am Anfang dachte man, daß das Cargo aus Australien kommen würde. Im Verlauf des Kultes erhoffte man es jedoch aus Deutschland. Wieder wurden große Lagerschuppen errichtet, in denen die Waren aufgestapelt werden sollten. Bald zählte man 5000 Anhänger. Alle lebten in gespannter Erwartung. Die Männer wurden in militärischen Übungen (Kult Nr. 157) gedrillt.

Dazu verwendeten sie Prügel und aus Holz geschnitzte Gewehrimitationen. Auf den Friedhöfen wurden Versammlungen abgehalten. Der Kontakt zur Welt der Ahnen sollte durch 10 Meter hohe Fahnenmasten hergestellt werden.

Interessant ist es, daß der Gütersegen nur denen versprochen wurde, die arm und bedürftig genug waren. Das führte dazu, daß die meisten Menschen aufhörten, ihre Felder zu bestellen und statt dessen alle Vorräte aufbrauchten. Es wur den große Feste gefeiert. Wer etwas besaß, schickte sich an, es mit anderen zu teilen. Auch die Rücklagen an Geld wurden aufgebraucht. Jeder wollte sich durch Freigibigkeit für eine entsprechende Belohnung durch das Cargo-Glück qualifizieren.

Verbunden war die Praxis dieses gemeinsamen Lebens, Teilens und Hoffens mit handfesten apokalyptischen Prophezeiungen. Es sollte eine große Finster nis über das ganze Land hereinbrechen. Auch wurde ein Erdbeben angekündigt. Die Folge war, daß sich viele Menschen in aller Eile ebenerdige Hütten bauten. Inzwischen kam der Karfreitag des Jahres 1934 heran und die angekündigten Ereignisse blieben aus. Das hatte zur Enttäuschung geführt, aber keineswegs die Hoffnungen zum Erliegen gebracht. Der Führer Sanop wurde verhaftet und in den Regierungsort Sohano gebracht. Die Dorfbevölkerung ging wieder ihrer täglichen Arbeit nach.

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