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Inhalt:

  • Einleitung
  • Entstehung des Ordens
  • Der Niedergang der Templer
  • Was war wirklich?

Einleitung

Während der „Blütezeit“ der katholischen Kirche im Mittelalter entstanden zahlreiche Verbände, die religiösen Zielen nachgingen. Zumindest vordergründig war dies ihr TempelerzeichenEinsatzzweck. Allerdings war wie so oft die Gier groß und die ehemals hehren Ziele wurden über Bord geworfen. Die Anhänger wurden machtpolitisch unschädlich gemacht und zur Zielscheibe der öffentlichen Kritik. Die Zerstörung der zuvor von der Kirche gebilligten und auch gewünschten Bündnisse oder sogar die Exkommunikation der Mitglieder waren Maßnahmen, die der Papst unvorhergesehen einsetzten konnte. Dies bedeutete immer den unumgänglichen Niedergang.
So ist es auch einer einflussreichen Gesellschaft ergangen, die anfangs im Dienst des Herrn stand, schließlich jedoch aus niederen Beweggründen verraten wurde und damit dem Untergang geweiht war. Die Rede ist von den Templern oder genauer den „Tempelrittern“, neben den Freimaurern die wichtigste Geheimgesellschaft.

Entstehung des Ordens

Im 11. Jahrhundert wurde das Christentum vehement von anderen Religionen angegriffen. Die heilige Stadt Jerusalem war von den Türken eingenommen worden. Papst Urban II. rief deshalb dazu auf, die Heilige Stadt zurückzuerobern und ist damit als Begründer der Kreuzzüge anzusehen. Dieses Ereignis sollte fatale Folgen für die kommenden Jahre haben.
Die Welt befand sich im Ausnahmezustand: Viele tausend gläubige Christen verließen ihr Heimatland und zogen in den „Krieg gegen die Ungläubigen“. Freilich sah nur ein Bruchteil der Kreuzfahrer die Heimat ein zweites Mal wieder. Die große Masse erreichte dagegen nicht einmal das Ziel Jerusalem, sondern wurde bereits auf dem Weg von Sarazenen ausgeraubt, versklavt oder umgebracht. Die begeisterten, hochmotivierten Christen ließen sich von Rückschlägen jedoch nicht abhalten. Peter von Amiens zog mit einem Heer, das eher wie eine „Bauernschar“ anmutete, nach Afrika und erlitt eine katastrophale Niederlage. Die „Krieger“ waren praktisch ohne Bewaffnung und Ausrüstung in den Gefechten vernichtend geschlagen worden. Gottfried von Buillon versuchte es erneut und hatte 1099 Erfolg: Er hatte französische, flämische und normannische Ritter um sich versammeln können und vermochte damit Jerusalem zurückzuerobern. Er gründete dort ein „christliches Königreich“.
Somit war der Weg frei: Schätzungen zufolge sollen 1118 Hugo de Payens, Bernhard von Clairvauix und Johannes Michaelensis in den Ruinen des Tempels von Jerusalem die „Arme Ritterschaft Christi vom salomonischen Tempel“ gegründet haben. Hugo de Payens wurde der erste Großmeister des Ordens. Johannes Michaelensis legte Riten und Statute schriftlich fest. Das Emblem der Templer ist ein Pferd, auf dem zwei behelmte Ritter mit Schild und Speer sitzen. Dies symbolisiert Brüderlichkeit und Armut.

Beschützertum

Die eigentliche Aufgabe der Tempelritter war die Sicherung des Weges von Europa nach Israel. Sie legten zahlreiche befestigte Wege an und bewachten diese. Allerdings wuchs der Orden schnell und die Mitglieder gaben sich damit nicht mehr zufrieden. 1129 wurden schon 300 Mitglieder gezählt, die aus allen Bevölkerungsschichten kamen. Auch Reiche fanden sich darunter. Die teilweise ausgebildeten Krieger mischten nun immer mehr in den Gefechten um Jerusalem mit. Mehrere Kreuzzüge endeten wiederum in erbärmlichen Niederlagen.

Interessant ist die Tatsache, dass der Orden von Anfang an unter der Obhut und dem Schutz des Papstes stand. Noch vor der Ordensgründung wurden die Ritter als ungläubige Schurken verurteilt, „Ehebrecher, Plünderer, Mörder“ eben. Der plötzliche Sinneswandel der Kirchenoberhäupter war für die Historiker zunächst überaus rätselhaft. Wieso wurde eine militante Gruppe plötzlich geduldet, obwohl allen anderen Ordensmitgliedern das Tragen von Waffen strengstens verboten war?
Man geht heute davon aus, dass die Kirche die Tempelritter gebilligt hat, um das erhebliche Gefahrenpotential, das von den Rittern ausging, zu kanalisieren, indem man ihnen einen Auftrag gab, der sie eine Weile „in Schach“ halten würde. Man könnte auch sagen, die Kirche fürchtete das Machtpotential, das von den Kriegern ausging, und wagte die Flucht nach vorne, um einer Gefahr zu entgehen, die sich erst am Horizont abzeichnete.
Ganz unbegründet war diese Furcht jedoch nicht. Der Klerus war im 12. Jahrhundert bereits mehrmals in Kritik geraten, weil die Bischöfe in den Augen der Bürger nicht ihrer eigentlichen Aufgabe, der Seelsorge, nachkamen. Stattdessen hatten Sie weltliche Besitztümer, waren Eigentümer großer Landmassen und lebten in Prunk und Verschwendung. In der Tat bestand die Gefahr, dass sich die eigentlich neutralen Ritter auf die Seite des Volkes schlagen würden und das in säuberlicher Kleinarbeit errichtete Kleinod der Kirche niederreißen könnten. So wurden die Templer von den Päpsten gehegt und gepflegt, um sie bei Laune zu halten. Seit Papst Innozenz II. (1130-1134) erhielten die Ritter finanzielle Zuschüsse und wurden von Steuern und der Abgabe des „Zehnten“ befreit.

Der Orden wuchs ins Unermessliche. Waren es im Jahre 1129 noch 300 Mitglieder, so schätzt man die Bruderschaft in ihrer Glanzzeit auf 3.000 bis 20.000 Mitglieder – die Gemeinschaft musste schließlich untergliedert werden, um besser verwaltbar zu sein. Die Ritterschaft war jetzt so mächtig, dass sich reiche Kaufleute Schutz erkauften. Als Gegenleistung erhielten die Brüder Geld, Güter und Grundstücke, die sofort in den Besitz des Ordens übergingen. Es entstand eine Art Staat im Staate, ähnlich den Kirchengütern, die Deutschland in zahllose, separat regierte Flecken zerrissen. Diese Entwicklung stand natürlich in krassem Gegensatz zum ursprünglichen Armutsgelübde. Allerdings lernten die Templer mit hohen Geldsummen umzugehen – sie erfanden Jahrhunderte vor Augsburgs Fuggern das Bankwesen und sind damit als Begründer des Wechselgeschäfts anzusehen.
Wollte ein Händler nämlich in einer fernen Stadt Waren einkaufen, musste er immer Münzgeld mitnehmen. Er war damit ein leichtes Ziel für Wegelagerer und Räuber, die ihm auf seiner Reise auflauerten. Jetzt konnte er in seiner Heimatstadt zu einer „Bank“ gehen und dort einen Geldbetrag gegen einen Wechsel eintauschen, der auf seinen Namen ausgestellt war. Für Räuber war der Wechsel wertlos, nur sein Besitzer vermochte ihn in einer Bank in der fernen Stadt wieder einzulösen.

Der Niedergang der Templer

Das Ausmaß dieser Aktivitäten nahm bislang unbekannte Formen an. Weil die Templer so erfahren im Umgang mit Geld waren, vertrauten die Reichen Ihnen die Vermögensverwaltung an; sogar Schätze von Fürsten standen unter der Obhut des Ordens. Auch die Steuern ließ man von dem Tempelrittern eintreiben.

In den Augen vieler Kirchen- und Landesoberhäupter waren die Templer nun zu einer Gefahr geworden. Es war jedoch viel zu spät, um den Orden formal aufzulösen, wollte man keinen Krieg riskieren. Um das Problem zu lösen, bediente man sich zahlreicher Intrigen, in die Mitglieder des Ordens verwickelt wurden. In den Protokollen der Verhöre von ehemaligen Mitgliedern tauchten Verdachtsmomente auf, die die Auflösung des Ordens beschleunigen sollten. So leitete Frankreichs König Phillip der Schöne am 24. August 1307 eine „Untersuchung“ ein, die sich mit den Gerüchten auseinandersetzen sollte, die Templer würden Gott lästern, ein Staatsverbrechen!
Phillip faszinierte der unumschränkte Reichtum des Ordens, er wollte Teilhabe an den Tempelschätzen. Dazu stand ihm der strikt organisierte Orden schlicht im Wege. Am 12. und 13. Oktober 1307 begann der Untergang einer der mächtigsten Geheimgesellschaften der Geschichte: In einer Nacht- und Nebelaktion ließ man alle Tempelritter in Frankreich verhaften und einsperren. Am 16. Oktober hatte Phillips Aufforderung, alle Templer in Europa zu verhaften, auch die Landesfürsten der restlichen Länder erreicht. Der Befehl wurde durch den Papst im November 1307 ratifiziert und umgesetzt. Die Verhöre lieferten schnell Erkenntnisse zu den Vorwürfen. „Geständnisse“ wurden veröffentlicht, die Gotteslästerungen, Unzucht und unsittliche Orgien eingestanden. Die Berichte sind großenteils so grausam, dass auf ihre Wiedergabe an dieser Stelle verzichtet werden soll.

Dass die Geständnisse freilich herausgepresst wurden und jeglicher Wahrheit entbehrten, belegen zahlreiche Dokumente. Piosard de Gizy berichtet in einem Brief von 1309, dass er drei Monate vor dem Gefängnis des Erzbischofs von Paris in einer Grube eingesperrt worden sei. Man habe ihm nur Brot und Wasser gereicht; die Hände seien ihm hinter dem Rücken so fest verschnürt worden, dass Blut aus den Nägeln tropfte. Er sei mittlerweile bereit, alles auszusagen, was man wünsche, bereit, Feuertod, Tod durch Verbrühen oder Enthaupten zu erdulden, wenn nur die Qualen endlich aufhörten, die ihn seit mehr als zwei Jahren plagten.

Ein verhängnisvoller Tag

Allerdings sollte sich das Blatt noch einmal wenden. Jaques de Molay widerrief am 26. August 1308 sein „Geständnis“ und wollte sich vor dem Papst selbst rechtfertigen.Templer verbrennung Schließlich hatte Papst Innozenz IV. (Pontifikat 1243-1254) entschieden, die Templer seien nur dem Papst selbst Rechenschaft schuldig. Jaques sah die praktizierte Vorgehensweise als Rechtsbeugung an. Papst Clemens V. war sich des Ernstes der Lage natürlich bewusst. So gab er 1308 bekannt, er zweifle stark an der Echtheit der Befragungsprotokolle und entband die Inquisitoren von ihrer Aufgabe. Er selbst werde den weiteren Fortgang in die Hand nehmen. Für die Templer war dies ein Lichtblick. Sollte sich das drohende Schicksal noch einmal von ihnen abwenden?
Die Hoffnung war indes vergeblich. Auf Drängen von Phillip wurden die Inquisitoren wieder eingesetzt – erst im Mai 1311 waren die Befragungen zu Ende. Bis zuletzt war der Papst jedoch nicht von der Schuld der Templer zu überzeugen. Aus „führsorglicher Rücksichtnahme auf das allgemeine Wohl und mittels päpstlicher Verordnung“ löste er jedoch unter dem Druck der Öffentlichkeit am 22. März 1312 den Orden der Tempelritter offiziell auf. Die Aktivisten wurden schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt, weil ihnen keine unmittelbare Schuld nachgewiesen werden konnte.

Interessant erscheint hier die Anekdote, dass Jaques de Molay gegen Ende des Prozesses noch einmal laut wurde und alle Anschuldigungen für erlogen hielt. Auch Gottfried von Charney begehrte auf und zeigte sich entrüstet. Beide meinten, sie hätten den Tod nur deshalb verdient, weil sie unter der Folter schwach geworden seien und falsches Zeugnis abgelegt hätten. Der Aufstand sollte allerdings nicht ohne Konsequenz für die beiden letzten Großmeister ihrer Zunft bleiben. Die Urteile wurden nachträglich in Todesstrafen umgewandelt und beide Templer noch am Abend auf dem Scheiterhaufen bei vollem Bewusstsein verbrannt. Als die Flammen emporschlugen soll Jaques de Molay König und Papst verflucht haben, innerhalb eines Jahres ihn an der Himmelspforte vor dem Gericht Gottes zu treffen. Weder König noch Papst überlebten die kommenden 12 Monate.

Was war wirklich?

Der Untergang der Templer ist eine der spektakulärsten Intrigen der europäischen Geschichte. Vieles bleibt im Dunklen. Was wussten die Templer wirklich? Was wurde aus ihren Schätzen? Phillip riss zwar Gold und Güter an sich, das sagenumwobene Heiligtum der Templer fiel ihm jedoch nicht in die Hände. Der „Baphomet“ – Stein der Weisen – soll höchstes Gut für den Orden gewesen sein. Beschreibungen zufolge soll es sich dabei um einen Kristall gehandelt haben, der wie ein rot leuchtender Menschenschädel aussah. Diese Figur sei von den hohen Rittern angebetet und als Orakel befragt worden.

Diese rätselhafte Reliquie wurde jedoch nie gefunden. Über die Existenz lässt sich nur spekulieren. Es heißt, es gab mehrere davon, wo? Es gibt Anzeichen darauf, dass es sich um den „heiligen Gral“ handelt – waren die Tempelritter also auch Gralsritter?
Wir werden es nie erfahren. Spricht man heute die verbleibenden Templer darauf an (sie wurden in den York-Ritus der Freimaurer eingegliedert), so sehen sie ehrfürchtig auf und verweisen darauf, die Geschichte auf sich ruhen zu lassen.

Quellen:

Bilder: Wikipedia.de

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